- Repliken römischer Fundstücke im Mühlacker Heimatmuseum zu sehen.
- Teile einer sogenannten Jupitergigantensäule sind Symbole für Jahreszeiten.

Das Mühlacker Heimatmuseum ist seit Dienstagvormittag um eine Attraktion reicher. Durch Bemühungen des Historisch-archäologischen Vereins (HAV) der Senderstadt ist es gelungen, Repliken zweier .Römerköpfe. herzustellen, die dauerhaft im Museum in der ehemaligen Kelter ausgestellt werden sollen. .Im Jahre 2000 wurde bei Grabungen an der Villa Rustica in Enzberg ein historischer Brunnen entdeckt, in dem wiederum die beiden so genannten Römerköpfe gefunden wurden., erklärt Christiane Bastian-Engelbert, die Vorsitzende des HAV. Dabei kann der damalige Fund durchaus als Höhepunkt der Grabung bezeichnet werden. .Die beiden Fundstücke sind absolute Besonderheiten, die unsere Ausgrabung in Enzberg gekrönt haben . auch daher, weil man erst am allerletzten Grabungstag auf sie gestoßen ist., so Bastian-Engelbert.
Im Brunnen versenkt Konkret handelt es sich bei den Fundstücken um menschlichen Köpfen nachempfundene Kunstwerke, die als Symbole der vier Jahreszeiten fungierten. Die beiden in Enzberg gefundenen Römerköpfe standen höchstwahrscheinlich für Sommer und Winter. Wie alt die beiden Originale sind, lässt sich nicht mehr rekonstruieren, wohl aber, wie sie ausgerechnet in den Brunnen des ehemaligen römischen Gutshofs gelangt sind: Als die damaligen Siedler die Enzberger Villa Rustica im Jahre 262 nach Christus in Folge des Falls des Limes verlassen mussten, wurde die Jupitergigantensäule, die auf bedeutenden Gutshöfen zu Ehren der gleichnamigen Gottheit errichtet wurde, zurückgebaut. In diesem Zusammenhang wurden die beiden Römerköpfe dann in den Brunnen versenkt, wo sie beinahe 1800 Jahre die Zeiten überdauerten. Die beiden fehlenden Köpfe befinden sich demnach höchstwahrscheinlich noch immer auf dem Areal, es sei denn, sie wurden zerstört oder irgendwann einmal in grauer Vorzeit gestohlen. Unzweifelhaft ist hingegen der Verbleib der in Enzberg gefundenen Original-Römerköpfe. Diese lagern in einem Archiv des Landesdenkmalamtes in Rastatt.
.Wir haben immer wieder versucht, die Originale nach Mühlacker zu bekommen, was aber nicht gelang. Und selbst die Herstellung der Repliken war ein ziemlicher Kraftakt, da lange keine Erlaubnis vorlag, die beiden Fundstücke auszuleihen., erklärt Museumsleiterin Teschner, die jedoch weiterhin die Hoffnung hegt, irgendwann einmal die echten Köpfe in Mühlacker ausstellen zu können.Bis dahin können sich interessierte Besucher jedoch zumindest damit trösten, Repliken der beiden Fundstücke im Heimatmuseum erwerben und sich ins Wohnzimmer oder in den Garten stellen zu können. Zwei Köpfe wurden am Dienstag übrigens bereits verkauft: Sie schmücken in Zukunft das Heim von Oberbürgermeister Frank Schneider.
(Erschienen am 13. Juni 2012 in der "Pforzheimer Zeitung - Region Mühlacker" · Maximilian Lutz. -
www.muehlacker-news.de)